Voelksen-WappenVölksen ist seit 1974 einer von 12 Stadtteilen des staatlich anerkannten Ausflugsortes Stadt Springe in der Region Hannover im Bundesland Niedersachsen in Deutschland und liegt am Fuße des Deisters einem bewaldeten Höhenzug. Genauer gesagt wird Völksen im Norden vom Bergfeld, dem Kalenberg und dem Mehlefelder Holz sowie im Osten vom Daberg und dem Lauseberg eingekesselt. Durch den Ort fließt die Beeke ein fließendes Gewässer, welches größten Teils in Rohrleitungen unterirdisch den Ort durchquert. Vor 1974 hatte Völksen die Postleitzahl 3214, danach „3257 Springe 4“ und ab 1990 trägt der Ortsteil die Postleitzahl 31832. Der universelle Open Location Code von Völksen lautet: 9F4F6J8G+.

Das Wappen von Völksen zeigt drei fünfblättrige Rosen der Grafschaft Hallermund, das Bergbau-Symbol zweier Steinhammer, zwei Getreideähren für den landwirtschaftlichen Schwerpunkt sowie eine Grape, ein tönernes Gefäß, welches symbolisch für das Töpferhandwerk in Völksen steht.

Völksen um 1900

Völksen um 1900 – Quelle: niedersachsennavigator.niedersachsen.de

Völksen wurde das erste mal am 2. Juli 1033 n.Chr. urkundlich als Ort im Marstem Gau erwähnt. Zu den aktuell bekannten Schreibweisen des Ortsnamen über die Jahrhunderte gehören die Varianten: Volkeressun, Völkxen, Volckerßen, Volkerssen, Volchrisson, Volkhardshausen, Volkhardsheim, Volkersheim und Volkersem.

Bereits 1585 zählte der Ort mehr als 500 Einwohner. Der Ort zählte damit zu den größeren Dörfern  dem Fürstentum Calenberg und hatte neben der Landwirtschaft einen hohen Anteil an Gewerbetreibenden, vorwiegend Töpfer. Nach dem 2. Weltkrieg stieg die Einwohnzahl erstmals über 2000 Anwohner.

Von 1800 bis in die 50er hinein bestimmte der Abbau vom bekannten Deister-Sandstein, Kalkstein und Dolomitgestein das Dorfleben. Im Jahre 1885 lebten bereits 1279 Bürger in Völksen davon waren alle 100 Steinmetze und 200 Steinhauer in den Steinbrüchen in und um Völksen beschäftigt. In den 50ern wurden die Steinbrüche geschlossen und dieser Industriezweig in Völksen endgültig aufgegeben.
Auf dem Gelände des ehml. Steinbruchs am Tönniesberg ließ der industrielle Hermann Rexhausen aus Hannover von dem Bremer Architekten, Bildhauer und Gartengestalter Bernhard Hoetger einen Sommersitz erreichten. Heute wird dieser unter der Bezeichnung „Hermannshof“ als Kultur- und Begegnungszentrum genutzt und ist weit über die Grenzen der Region bekannt.

Einwohnerzahl Völksen: Aktuell leben 3.320 Einwohner (Stand: 28. Juni 2017). Das sind 39 weniger als vor 5 Jahren. Es gibt 2.659 Wahlberechtigte Bürger in Völksen (Stand: 15.09.17). Aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten in Völksen ergeben sich 661 Bürger ohne Wahlberechtigung (überwiegend Menschen unter 18 Jahren) davon gehen ca. 100 Kinder in die örtliche DRK KiTa und mehr als 130 Schüler und Schülerinnen in die ansässige Christian Flemes Grundschule. Südlich des Bosselwegs wird befindet sich ein neues Baugebiet auf dem ca. 30 neue Häuser entstehen werden und damit die Einwohnerzahl wachsen lässt.

Die Ortsbürgermeisterin war von 2006 – 2016 Frau Sigrid Hachmeister von der SPD. Seit 07.11.2016 heißt der Ortsbürgermeister von Völksen Andreas Wietstock ebenfalls von der SPD. Mit einem Wahlergebnis von 37% in der Erst- und Zweitstimme für die SPD bei der letzten Landtagswahl im September 2017 wählen die meisten Bürger in Völksen die SPD.

Der Ort teilt sich in vier große Bereiche auf (Am Berg, alter Ortskern, Neubaugebiet, Industriegebiet) und wird im Norden von der Bundesstrasse 217 (Nach den Dellen) und im Süden durch die K216 (Südfeldstrasse) sowie die S-Bahn Linie 5 durchkreuzt. Einige Völksener sprechen auch von einem Unterdorf (zwischen B217 und K216) und einem Oberdorf (am Berghang zwischen B217 und dem Waldrand). Die Hangregion in Völksen ist aufgrund des einzigartigen Ausblicks sehr beliebt und im Immobilienbereich nachgefragt. Das Gebiet rund um den Ortskern ist wiederrum sehr beliebt für seine gute Verkehrsanbindung durch die S-Bahn und die zahlreichen Geschäfte.

Bis 2011 hatte die Stadt Springe und damit auch Völksen das Prädikat „Erholungsort“ – ab 2012 ist Springe eine von 21 staatlich annerkannten Ausflugsorten in Niedersachsen und profitiert von besonderen Ladenöffnungszeitenregelungen.

Der größte Arbeitgeber am Standort Völksen ist das weltweit agierende Familienunternehmen Paulmann Licht. Mehr als 270 Mitarbeiter beschäftigt der Leuchtenhersteller derzeit im Industriegebiet von Völksen. Das blaue eckige Firmengebäude zeichnet dabei maßgelblich das Ortsbild.

Der Ort gehört heute landschaftlich zur Calenberger Lößbörde im norddeutschen Tiefland.

Hermannshof VölksenBesonderheiten: Neben dem von Eckart Liss gegründeten Kulturzentrum „Hermannshof“ besitzt Völksen mit dem „Sonnenhof“ im Sonnenweg auch eine Langzeiteinrichtung für Substituierte, welche von der STEP gGmbH, einer Tochtergesellschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen betrieben wird. Die Einrichtung bietet derzeit gut 30 suchtkranken Menschen einen Ort der Geborgenheit und die Chance wieder ein normales Leben führen zu dürfen.

Einmal im Jahr findet in Völksen ein großes Musikfestival statt – Rock am Deister – zieht bis zu 1000 Musikliebhaber in den Ort. Kulturgeschichtlich ist auch das Gedicht von Heinrich Löns (*1866 †1914) zu erwähnen, in dem der bekannte Dichter von einem „Wundermann“ aus Völksen berichtet.

Die zuständige Polizeidienststelle für Völksen ist das Polizeikommissariat Springe. Sachdienliche Hinweise zur Aufklärung von Straftaten sowie Zeugenhinweise können telefonisch der Behörde unter der Rufnummer: 05041/94290 oder per Email unter poststelle@pk-springe.polizei.niedersachsen.de mitgeteilt werden.